Kunst mit Qualitätsanspruch

08.05.2018

VR Bank Enz plus präsentiert zeitgenössische Kunst im Rahmen ihrer vierten „WeitSicht“-Ausstellung im lichtdurchfluteten Veranstaltungsbereich im Dachgeschoss der Hauptstelle in Wilferdingen.

Die Künstler Urban Hüter und Andreas Schmid

Das Format „WeitSicht“ wurde bereits im Jahr 2015 als Kunstausstellung in den Räumlichkeiten des Vorgängerinstitutes ins Leben gerufen und rundet seit damals Jahr für Jahr das umfangreiche Veranstaltungsangebot der Bank ab. Die durchweg positive Resonanz der vergangenen Jahre haben das Geldinstitut bewogen, auch in der neuen VR Bank Enz plus diesen Weg fortzusetzen.

Noch bis Mitte Mai können Interessierte auf Anfrage dreizehn Exponate zweier renommierter, überregionaler Künstler im Veranstaltungsbereich des modernen Hauptstellengebäudes der VR Bank Enz plus besichtigen. Eröffnet wurde die vierte „WeitSicht“ am 14. und 15. April mit einer Vernissage für geladene Gäste. Rund 150 Kunstinteressierte sind dieser Einladung gefolgt und wurden von Vorstand Jürgen Wankmüller empfangen und begrüßt.

Der Vorstandsvorsitzende eröffnete an beiden Tagen die Ausstellung und hob hervor, dass die Bank, nach der erfolgreichen Fusion im vergangenen Jahr, auch weiterhin Raum für Kunst- und Kulturveranstaltungen bieten möchte. „Wir wollen unserem durch den Zusammenschluss erweiterten Mitglieder- und Kundenkreis sowie der interessierten Bevölkerung im gesamten Geschäftsgebiet verdeutlichen, dass sich der an uns selbst gerichtete Anspruch als „Qualitätsbank“ uneingeschränkt auch auf unser Veranstaltungsangebot bei Kunst und Kultur erstreckt,“ so Wankmüller bei seiner Begrüßung. „Wir sind sicher,“ fuhr der Vorstandsvorsitzende fort, „dass wir Kunstliebhabern auch mit der diesjährigen „WeitSicht 2018“ wieder ein absolutes Highlight bieten.“

In diesem Zusammenhang bedankte sich Jürgen Wankmüller für die vorbildliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit bei Kunsthistorikerin Regina M. Fischer, die in bewährter Manier Konzeption und Planung der Ausstellung federführend organisiert hat.

Mit den Worten: „Es sind nicht immer die großen und bekannten Ausstellungsorte und eingeführten Institutionen, an denen richtungsweisende Kunst gezeigt wird. Manchmal sind es eher unkonventionelle Veranstalter und kleine Orte, die - ein wenig im Verborgenen - Interessantes wagen und neue Wege beschreiten,“ gab die Kunsthistorikerin bei Ihrer Einführungsrede den Dank zurück. “Kunst kann dann gedeihen, wenn man ihr mit Begeisterung und Wertschätzung begegnet und faire Bedingungen für die Künstler schafft, wie hier in der VR Bank Enz plus in Remchingen,“ fuhr Regina M. Fischer fort. In ihrem anschließenden eindrucksvollen Vortrag führte die Kuratorin in die zehn ausgestellten Werke des in Berlin lebenden Lichtkünstlers Andreas Schmid und in die drei von ihr ausgewählten Skulpturen des Objektkünstlers und Steinbildhauers Urban Hüter ein.

Im Vordergrund die Skulptur „Cloud“ von Urban Hüter und links das Fotoinkjetprint-Kunstwerk Shanghai Red Serie T von Andreas Schmid in den modernen Veranstaltungsräumen der VR Bank Enz plus in Wilferdingen

Der 1955 in Stuttgart geborene Andreas Schmid benutzt für seine Installationen Licht, Linie und Farbe. Dabei arbeitet er auf den jeweiligen Raum bezogen situativ. Der in Berlin lebende Künstler hat speziell für die Ausstellungsräume der VR Bank einige individuelle Licht- und Raum-Installationen vorgenommen, dabei hat er die vorhandenen Räume als Orte des Übergangs zwischen Außen- und Innenwelt ausgelotet. Seine installativen Arbeiten entfalten sich erst vollständig durch die Bewegung des Betrachters. "Ich verstärke sozusagen das, was ich als die Charakteristika eines Raumes wahrgenommen und weiterverarbeitet habe. Auch die Leere wird durch meine Eingriffe aufgeladen beziehungsweise aktiviert," so der Künstler. Seine drei aus Leuchtstoffröhren geformten Großobjekte dominieren die Ausstellungsräume und hinterlassen bleibende Eindrücke. Für den Betrachter lohnt es sich aber auch den Details seiner sieben auf Aluminium aufgezogenen Fotoinkjetprint-Kunstwerke eingehend Beachtung zu schenken.

Der gelernte Steinbildhauer Urban Hüter zeigt in Remchingen zwei seiner großen, leuchtend bunten, skulpturalen Objekte. Es sind dies, die erst in diesem Jahr aus Aluminium und Lack entstandenen Werke „Cloud“ und „Love is…“. Die Formen seiner Objekte lassen sich schwer einordnen, sie changieren zwischen Alltagsobjekt, Maschine und Lebewesen. Seine „Kitty“, die unter allen teilnehmenden Ausstellungsbesuchern verlost wird, ist deutlich kleiner und gegenständlicher, sie erinnert an einem Teddybären aus Kindertagen, jedoch ist sie im Kontrast zu diesem nicht aus Plüsch sondern aus Kupfer kreiert. Hüter spielt immer wieder mit den fließenden Grenzen zwischen Organischem und Technischem. An vielen Stellen sind seine Werke sichtbar verschraubt und wirken so wie gepanzert. Für den in Frankfurt am Main geborenen Hüter stellen sie "die grundsätzliche Frage nach unserer Rechtfertigung angesichts menschenverursachter Übel mit Blick auf die nachfolgenden Generationen."

Das kunstinteressierte Publikum kann die Exponate der beiden Künstler noch bis Mitte Mai in den Veranstaltungsräumen der VR Bank Enz plus besichtigen und sich davon überzeugen, was die beiden unter Einbeziehung außergewöhnlicher Techniken und Medien kreiert haben. Mit regelmäßigen Kunstausstellungen und anderen Events will die Bank auch künftig das kulturelle Angebot der Region bereichern. Dabei hat es sich die Genossenschaftsbank auf Grund des erweiterten Geschäftsgebietes zum Ziel gesetzt, künftig auch Veranstaltungen dezentral, außerhalb der Hauptstelle, zu organisieren und durchzuführen.