Von der Hansestadt nach Masuren

06.06.2018

Einzigartige achttägige Rundreise durch den Norden Polens entlang der Danziger Bucht nach Masuren, der Region des ehemaligen Ostpreußens.

Neptunbrunnen in Danzig

Begleitet von Vorstand Armin Kühn startete die sechzehnköpfige Reisegruppe der VR Bank Enz plus am Sonntag, den 13. Mai ihre Reise vom Flughafen Frankfurt mit Ziel Danzig, der Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Pommern. Nach etwas verspäteter Ankunft am frühen Nachmittag begab sich die Gruppe gleich auf eine erste kleine Entdeckungstour durch die Innenstadt der Hansestadt bis zum Neptunbrunnen. Danach bezogen die Teilnehmer das zentral in der Altstadt gelegene Viersternehotel "Scandic", in dem sie die kommenden drei Nächte verbrachten.

Am folgenden Tag konnten die Reiseteilnehmer bei herrlichem Sonnenschein das Stadtbild von Danzig, polnisch Gdansk, innerhalb seiner prächtigen Tore bei einem ausgiebigen Rundgang erkunden. Sie sahen die Katharinenkirche mit ihrem Glockenspiel, die Große und die Kleine Mühle, das Altstädter Rathaus und die größte Backsteinkirche Europas, die Marienkirche. Nachmittags fuhr die Gruppe mit Taxis in das Ostseebad Sopot mit dem, mit über 400 Metern, längsten Pier der Ostseeküste. Sopot bildet zusammen mit Gdansk und Gdingen die Dreistadt Danzig. Zum Abendessen in einem Restaurant direkt an der Mottlau gab es neben lokalen Spezialitäten auch ein selbstgebrautes Bier.

Ein Ausflug in den Nationalpark Slowinski zu den fünfzig Meter hohen Wanderdünen stand am dritten Reisetag optional auf dem Programm. Das ließ sich keiner der Teilnehmer entgehen. Knapp die Hälfte der Truppe erklomm auch den steilen Sandhügel und wurde mit einem herrlichen Ausblick auf den See Lebsko und auf das gegenüberliegende Ostseeufer belohnt. Das Panorama der Wald- und Seenlandschaft auf der Rückfahrt durch die malerische und hügelreiche Kaschubische Schweiz hinterließ ebenfalls bleibende Erinnerungen.

Das UNESCO-Weltkulturerbe Marienburg
Die sechzehnköpfige Reisegruppe mit Armin Kühn (vierter von links) vor der Burganlage

Bei echtem Kaiserwetter stand am Mittwoch mit der Marienburg ein UNESCO-Weltkulturerbe auf dem Programm. Ein einheimischer Reiseführer begleitete die Teilnehmer in einer interessanten, aber auch anstrengenden, zweieinhalbstündigen Führung durch die riesige Anlage, die im 13. Jahrhundert von den Hochmeistern des Deutschordens erbaut wurde. Deutlich entspannter ging es anschließend mit der Westpreußischen Schmalspurbahn zu einem oberländischen Vorlaubenhaus, in dem die Reisenden reichlich Käse, Obst und verschiedene einheimische Biere kosteten. Die nächste Etappe führt die Gruppe nach Frauenburg, wo Kopernikus als Domherr wirkte. Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und St. Andreas, so der eigentliche Name des Frauenburger Domes, beherbergt unter anderem das Grab des Nikolaus Kopernikus. Von hier, nahe der russischen Grenze zu Königsberg, ging es dann nach Heilsberg zur Unterbringung ins Hotel Krasicki, das Viersternehotel ist Teil einer sagenhaften Burganlage.

Tag Fünf der Reise begann mit dem Besuch der gotischen Bischofsburg in Heilsberg. Im nahegelegenen Storchendorf sowie im gesamten Ermland und Masuren bauen im Frühjahr Jahr für Jahr Tausende Störche ihre Nester.

Den Höhepunkt der Reise aber bot ein Orgelkonzert in der barocken Basilika des Wallfahrtsortes Heiligelinde. Die einmalige Orgel, erbaut von 1719 bis 1721, hat über 4.000 Pfeifen und 40 Register und mehrere bewegliche Figuren und Sonnenräder. Ein einzigartiges Erlebnis für Augen und Ohren.

Das im Herrenhausstil errichtete Hotel Mazurski

Bei wechselhaftem Wetter ging es weiter nach Rastenburg zu den Überresten der historischen Wolfsschanze.  In den Trümmern der Bunker des deutschen Hauptquartiers, wo 1944 Graf von Stauffenberg das Attentat auf den deutschen Reichskanzler verübte, mussten sich die Bankreisenden vor dem einsetzenden Regen schützen. Danach erreichte man das Hotel Mazurski, welches für die folgenden zwei Nächte die nächste Unterkunft der Reisegruppe in den Masuren war. Das Dreisternehotel, ein nach dem ursprünglichen Stil eines Herrenhauses neu erbauter Komplex bot einen herrlichen Blick auf den angrenzenden See. Hier genossen die Reisenden die Ruhe und gute Luft der atemberaubenden Landschaft.

Bei zunächst schönem Wetter startete freitags die Stakenkahnfahrt in zwei Booten auf den malerischen Kanälen zwischen den zahlreichen Seen in den Masuren. Die Masurische Seenplatte umfasst mehr als 4.000 kleinere und größere Gewässer, die größtenteils miteinander über Kanäle oder Flüsse verbunden sind. Hier kann man tagelang mit dem Kayak fahren, ohne dass man durch größere Orte kommt. Die Kahnfahrt war sehr erholsam, man genoss die Stille und den Singsang der zahlreichen Vögel. Zum Schluss hat die Gruppe noch ein kleiner Regenschauer erwischt, so dass die geplante Wanderung leider sprichwörtlich ins Wasser fiel. Nach einem Grillabend mit landestypischen Krakauer Wurst und Kartoffeln, saßen die Urlauber mit der polnischen Reiseführerin Monica am Lagerfeuer. Gemeinsam sang man polnische und deutsche Volkslieder. Bei "Hoch auf dem gelben Wagen", "Wenn die bunten Fahnen wehen" und "Freut Euch des Lebens" trällerte die Reisegruppe kräftig mit und genoss den wunderschönen Abend.

Lagerfeuerromantik mit Reiseführerin Monica (links im Bild) und mit polnischen und deutschen Volksliedern

Am vorletzten Tag ging die Fahrt über Allenstein, der Hauptstadt der Region Ermland-Masuren nach Elbling, das im Mittelalter vom Deutschorden gegründet wurde. Hier wurde auch das letzte Quartier der Reise, das Viersternehotel Elblag bezogen, das im 19. und 20. Jahrhundert Unterkunft für Könige und Adlige bot. Vor dem gemeinsamen Abendessen gab es noch eine kleine Besichtigung, der im Zeiten Weltkrieg fast vollständig zerstörten Altstadt. Erst seit den 70iger und 80iger Jahren wurden die einstigen Herrenhäuser nach den alten Plänen peu à peu nahezu ursprungsgetreu wiederaufgebaut. Es wird noch einige Jahre dauern, bis alle Gebäude, von denen nur noch die Grundmauern stehen, wieder rekonstruiert sind.

Nach acht wunderschönen Reisetagen fuhr der Bus sonntags wieder zurück nach Danzig und von dort trat die Gruppe den Rückflug nach Frankfurt an. Es war eine einzigartige Reise ins Nachbarland Polen mit vielen Erlebnissen und Eindrücken von einerseits aufstrebenden Städten wie Danzig, Allenstein und Elbing, und andererseits naturbelassenen Landschaften in einer "anderen" Welt.