Fußball auf der Konsole

24.05.2019

Mehr als 40 Teilnehmer bei E-Sports-Turnier. Veranstalter beobachtet steigendes Interesse.

(Text und Bild von Nico Roller)

Gewonnen haben Bilal Zaoui und Francesco Krug die erste Qualifikationsrunde des „Kwitt eSports Cups“ in Wilferdingen. Bei dem E-Sports-Turnier in den Räumen der VR Bank Enz plus setzten sie sich 21 weitere Zweier-Teams durch. Die Augen konzentriert auf den Bildschirm vor ihnen gerichtet, die Controller fest in den Händen haltend, lieferten sich die Teilnehmer ein Duell nach dem anderen. Gespielt wurde FIFA 2019. Ein Videospiel, bei dem sich alles um Fußball dreht und das bei jungen Leuten äußerst beliebt ist. Immer vier Teilnehmer saßen in einer Reihe nebeneinander vor einem Bildschirm. Auch Kaan Tuncer und Giano Feltrin waren hochkonzentriert. Für sie war es in diesem Jahr bereits das fünfte E-Sports-Turnier, an dem sie teilnahmen. Sie belegten am Ende den dritten Platz und kamen ins Finale. Sie haben einen Coach und schon einige Erfolge erzielt. Neben FIFA spielen sie auch Fortnite und Call of Duty. Momentan ist das Ganze für die beiden Schüler aus der Nähe von Mainz noch ein Hobby, „aber der Traum wäre, das Hobby zum Beruf zu machen“. Auch für E-Sports müsse man viel trainieren, sagten die beiden, die Fußball auch auf dem Platz in einem Verein spielen: Unter anderem komme es auf Reaktionsgeschwindigkeit an und auf die richtige Taktik, die sich immer am Gegner ausrichten muss.

Am Turnier in Wilferdingen nahmen auch Davide und Riccardo Ludwig teil, die in der K.O.-Runde ausschieden. FIFA ist das einzige Videospiel, das die beiden fußballinteressierten Brüder öfter spielen. In ihrer Freizeit stehen sie aber auch regelmäßig auf dem Fußballplatz. Was finden sie besser? Am Computer oder draußen auf dem Rasen? „Ganz klar draußen“, sagten sie: Das sei kommunikativer, man sei an der frischen Luft und tue etwas für die eigene Gesundheit. Am Samstag bildeten die beiden Brüder ein Team und traten gegen einen Gegner nach dem anderen an. Zwei Mal sechs Minuten dauerte ein Spiel. Denny Hilpert von der „eSport Event GmbH“ leitete das Turnier. Die Nachfrage nach derartigen Events sei enorm gestiegen, erzählte er: Auch, weil viele Bundesligavereine in E-Sports einsteigen. Rund 50 Events organisiere seine Firma pro Jahr – online und offline. FIFA sei das beliebteste Spiel, sagte Hilpert: „Jeder, der sich mit Fußball auskennt, weiß, was FIFA ist.“ Das Spiel sei sehr realitätsnah: Es gebe die gleichen Mannschaften, die gleichen Trikots wie in Echt. Die Spieler hätten dieselben Eigenschaften wie ihre realen Vorbilder. Wer fünf Meter vom Bildschirm entfernt stehe, könne beim ersten Blick meinen, es laufe eine Fußballübertagung. Hilpert spielt privat auch FIFA. Es komme auf Geschicklichkeit an, sagte er: auf Konzentrationsvermögen und auf mentale Stärke, also darauf, die Umgebung ausblenden zu können und sich nicht ablenken zu lassen. Und natürlich sei auch Talent notwendig. Hilpert hat festgestellt: „Wenn jemand gut Fußball spielt, dann ist er oft auch gut in FIFA.“