VR Bank Enz plus führt Vertreterversammlung erstmals online durch

10.07.2020

Geschäftsverlauf in 2019 gut, Ausblick für die Zukunft stabil.

Das Vorstandsgremium (v.l.n.r.): Armin Kühn, Martin Schöner, Jürgen Wankmüller (Vorstandsvorsitzender) und Ulf Meißner

„Eine gute Entscheidung, dieses Format zu wählen“, so der Kommentar eines Vertreters auf dem Online-Vertreterversammlungsportal der VR Bank Enz plus eG. „Die Corona-bedingten Einschränkungen lassen bis auf Weiteres eine Versammlung im gewohnten Format in der Kulturhalle in Remchingen nicht zu“, führt der Vorsitzende des Vorstands, Jürgen Wankmüller, aus. Deshalb haben wir uns für diesen innovativen Online-Weg entschieden. „Videokonferenzen, Homeoffice und Homeschooling prägen im Moment unser Leben – und jetzt auch eine digitale Vertreterversammlung. Vor einigen Monaten noch undenkbar“, ergänzt sein für Digitalisierung verantwortlicher Vorstandskollege Martin Schöner, „und heute ein Teil unseres Alltags.“

„Diese Durchführungsart ist sicherlich nicht unsere präferierte Form der Vertreterversammlung. Gerne hätten wir wie gewohnt eine Präsenzveranstaltung in der Kulturhalle veranstaltet. Gleichzeitig wollten wir aber eine zeitnahe Versammlung anbieten und diese nicht in den Herbst 2020 verschieben, in dem bislang auch noch nicht gesichert ist, ob unter den dann gegebenen Umständen eine Versammlung im gewohnten Umfang und Format stattfinden kann“, führt Jürgen Wankmüller weiter aus. „Deshalb sind wir froh, dass wir im Haus die Kompetenz und in der Zusammenarbeit mit Partnern auch die nötigen technischen Voraussetzungen haben, um eine Veranstaltung in diesem Format durchzuführen.“

Die Resonanz der Vertreterinnen und Vertreter ist positiv. Über 100 Teilnehmer haben bislang die Berichte von Vorstand und Aufsichtsrat, die im Portal seit dem 2. Juli und noch bis zum 8. Juli als Video bereitgestellt sind, eingesehen. Und damit der Austausch und die Diskussion nicht zu kurz kommt, können Fragen und Anregungen direkt im Portal geäußert werden, die der Vorstand, ebenfalls im Portal, zeitnah beantwortet.

Am 8. Juli ist von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr eine Live-Veranstaltung auf dem Versammlungsportal geplant. Diese Veranstaltung wird aus dem Veranstaltungsraum der VR Bank direkt ins Versammlungsportal übertragen. Vorstand und Aufsichtsrat werden hier nochmals auf die einzelnen Tagesordnungspunkte eingehen und eventuell noch offene Fragen der Vertreter aus dem Versammlungsportal beantworten. Im Anschluss daran ist die Beschlussfassung zu den einzelnen Tagesordnungspunkten vorgesehen – ebenfalls online direkt im Portal. Die nötigen Zugangsdaten haben die Vertreter vorab per Post erhalten.

Ein Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat wird den Vertretern sicherlich nicht zusagen. „Uns im Übrigen auch nicht“, so Ulf Meißner, Vorstand der VR Bank. Die Entscheidung über die Nachholung der ursprünglich geplanten Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 2,5% in Form einer Bonusausschüttung muss die Bank ins neue Jahr 2021 verschieben. Der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ausgesprochenen Empfehlung an alle Banken, im Zuge der Corona-Pandemie und den damit noch nicht abschätzbaren Kreditrisiken, auf die Zahlung einer Dividende zu verzichten, kommt die Bank mit diesem geänderten Beschlussvorschlag nach. „Auch wenn unser Jahresüberschuss 2019 durch Sonderfaktoren und Rückstellungen zur Zukunftsvorsorge belastet war, haben wir ein ausreichend gutes Ergebnis erwirtschaftet, um wie geplant die Dividende zu bezahlen. Diese werden wir jetzt als Gewinnvortrag auf das Jahr 2021 vortragen und dann neu entscheiden“, so Vorstand Armin Kühn.

Insgesamt ist die VR Bank Enz plus mit dem operativen Ergebnis des Jahres 2019 zufrieden. Die Geschäftsentwicklung war gut, das betreute Kundenvolumen ist um 5,3 % auf 3.146 Mio. Euro angestiegen. Damit hat das betreute Kundenvolumen deutlich die Marke von 3 Mrd. Euro überschritten. Getragen wurde dieses Wachstum vom Kundenkreditvolumen, dessen Anstieg mit einem Plus von 6,9 % noch höher ausfiel, als das bereits gute Wachstum von 4,1 % bei den Kundenanlagen. Mit dem operativ erwirtschafteten Ergebnis ist die Bank ebenfalls zufrieden. Der Zinsüberschuss erhöhte sich um 126 TEUR auf 24,9 Mio. Euro. Der Rückgang der Zinsspanne konnte durch das Wachstum im Kreditgeschäft kompensiert werden. Und auch das Provisionsergebnis, eine Folge der sehr guten Beratungsqualität der Bank, hat sich um 2,0 % auf 10,4 Mio. Euro erhöht. „Dieses gute operative Ergebnis in 2019 darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in den kommenden Jahren einen deutlichen Rückgang im Zinsergebnis sehen werden“, so Wankmüller. Nicht ohne Grund habe die Bank deshalb bereits im Jahr 2019 das Zukunftsprojekt „ZUKUNFT.GESTALTEN.“ gestartet. Details hierzu hat die Bank in fünf Mitgliederversammlungen und mehreren Veröffentlichungen bereits ihren Mitgliedern erläutert.

Veränderungen wird es auch im Aufsichtsrat der Bank geben. Dieser bestand seit der Fusion im Jahr 2017 aus 21 Mitgliedern. Nachdem im letzten Jahr bereits der erste stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Linzmeier aus dem Gremium ausgeschieden ist, werden mit Ablauf der diesjährigen Versammlung zehn weitere Mitglieder aus dem Aufsichtsgremium ausscheiden. Dies sind: Tobias Ascherl, Markus Bader, Ingrid Bischoff, Thomas Föller, Gerhard Girrbach, Joachim Guthmann, Klaus Harzheim, Kerstin Nell-Schatz, Waldemar Schauer und Michael Trägner. „Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder werden im Rahmen einer Feierstunde geehrt und mit großem Dank für ihre Verdienste verabschiedet, sobald dies die gegebenen Rahmenbedingungen wieder zulassen“, so der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Reinhard Engel.

Zur turnusmäßigen Wiederwahl stehen die langjährigen Aufsichtsratsmitglieder Michael Eck, Reinhard Engel und Alexander Kasper an. Zusammen mit den weiteren AR-Mitgliedern Martina Lechler, Hubert Bittighofer, Volker Dennig, Sven Drollinger, Uwe Elsäßer, Alexander Essig und Walter Kopp soll das Gremium damit zukünftig aus zehn Mitgliedern bestehen.

Explizit weist Reinhard Engel darauf hin, dass die Gremien-Reduzierung zu Lasten der Frauen-Quote ging, was selbstverständlich nicht vorsätzlich erfolgte, sondern als unerwünschte Nebenwirkung der vom Aufsichtsrat in Eigenverantwortung durchgeführten Beratungen zu bewerten ist. Die Bank wird dies aber bei den in den kommenden Jahren anstehenden Wahlen zum Aufsichtsrat beachten. Andererseits war es dem Gremium wichtig, gerade in der aktuell herausfordernden Zeit, das langjährig erfahrene Führungsgremium in der Verantwortung zu haben.

Zahlen, Daten, Fakten:

Die VR Bank Enz plus eG ist mit einem betreuten Kundenvolumen von 3,1 Mrd. Euro die kundenorientierte und ortsnahe Genossenschaftsbank zwischen Karlsruhe und Stuttgart. Rund 250 Mitarbeiter kümmern sich um die rund 67.000 Kunden und 35.000 Mitglieder. Damit verfügt die Bank über die nötige Größe und Stabilität, um den Herausforderungen aus der Niedrigzinsphase, der aufwändigen Regulatorik sowie den Investitionen in Digitalisierung Rechnung zu tragen und kann gleichzeitig die Nähe zu ihren Mitgliedern und Kunden beibehalten.