Die VR Bank Enz plus und die künftige Volksbank Karlsruhe Baden-Baden nehmen Fusionsgespräche auf

Auf dem Weg zur Ankerbank in der Region

Karlsruhe/Remchingen, 23. Juni 2021 – Es sind nur noch wenige Tage, bis die Volksbank Baden-Baden Rastatt und die Volksbank Karlsruhe offiziell am 1. Juli zur Volksbank Karlsruhe Baden-Baden verschmelzen – und ein dritter möglicher Partner klopft bereits an die Tür: die VR Bank Enz plus (Remchingen). Die Institute haben in Abstimmung mit ihren jeweiligen Aufsichtsgremien am heutigen Mittwoch, 23. Juni, angekündigt, Fusionsgespräche aufzunehmen. Ziel der anstehenden Verhandlungen ist es, die Verschmelzung noch in diesem Jahr jeweils von einer außerordentlichen Vertreterversammlung am Mittwoch, 17. November (VR Bank Enz plus), sowie am Donnerstag, 18. November (Volksbank Karlsruhe Baden-Baden), mit Wirkung zum 1. Januar 2022 beschließen zu lassen. Die Eintragung der Fusion sowie die technische Zusammenführung wären im Fall eines positiven Vertretervotums für den Herbst 2022 vorgesehen. Durch den geplanten Zusammenschluss würde eine Genossenschaftsbank mit insgesamt rund 265.000 Kunden sowie einer Bilanzsumme von rund 8 Milliarden Euro entstehen. Fusionsbedingte Kündigungen haben beide Partner schon jetzt ausgeschlossen.

„Unser Leitsatz für die Verschmelzung zur Volksbank Karlsruhe Baden-Baden war stets: Die Banken befinden sich in einem tiefgreifenden Umbruch und es gilt, durch die Bündelung der Kräfte die genossenschaftlichen Werte Regionalität und Kundennähe nachhaltig zu sichern. Dies sehen auch die Kollegen der VR Bank Enz plus so“, betonen Andreas Lorenz (Vorstandsvorsitzender der Volksbank Karlsruhe und künftiger Vorstandsvorsitzender der Volksbank Karlsruhe Baden-Baden) und Hans Rudolf Zeisl (Vorstandsvorsitzender Volksbank Baden-Baden Rastatt). Verschärfte Eigenkapitalanforderungen bei der Kreditvergabe, ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld, weiter zunehmende Regulatorik, hohe Investitionen in die Digitalisierungstechnik: „Die Herausforderungen für die Banken werden nicht geringer. Daher ist es absolut sinnvoll, Kompetenzen zu bündeln, Kosten zu teilen und Synergien zu heben, damit wir uns bestmöglich auf unsere Kernaufgabe konzentrieren können: für unsere Mitglieder und Kunden da zu sein“, stellen Lorenz und Zeisl weiter heraus.

Diese Auffassung teilt die VR Bank Enz plus uneingeschränkt: „Die wegweisende Entscheidung der Volksbanken Karlsruhe und Baden-Baden Rastatt, ihre Kräfte zu bündeln, hat uns ermutigt, diesen Schritt mitzugehen“, sagt Jürgen Wankmüller, Vorstandsvorsitzender der VR Bank Enz plus: „Wir wissen, dass die erfolgskritische Betriebsgröße einer Regionalbank mittelfristig bei einer Bilanzsumme von rund 8 bis 10 Milliarden Euro liegt. Davon ist unser Haus weit entfernt. Doch der Zusammenschluss mit der Volksbank Karlsruhe Baden-Baden und die damit verbundenen Skaleneffekte würden es uns mit einem Schlag ermöglichen, dem Wettbewerb auf Augenhöhe zu begegnen.“ Dies, so Wankmüller, sei auch der Grund, weshalb sich sein Haus bei der Frage eines Zusammenschlusses in Richtung Karlsruhe orientiert: „Um in diese vernünftige Größenordnung zu gelangen, wären in unserem unmittelbaren Umfeld aufgrund der kleineren Strukturen mehrere Fusionen erforderlich. Jeder einzelne Zusammenschluss aber kostet viel Zeit, Geld und bindet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten.“ Im Übrigen, so Wankmüller, grenzen die Geschäftsgebiete beider Banken im Pfinztal unmittelbar aneinander, so dass der Zusammenschluss auch aus geografischer Sicht nachzuvollziehen ist. Gleichzeitig betont Wankmüller, dass an der regionalen Nähe mit der bewährten KompetenzCenter-Konzeption unverändert festgehalten werde sowie die bekannten Ansprechpartner auch künftig für die Mitglieder und Kunden der VR Bank Enz plus vor Ort sein werden.

„Natürlich hätten wir uns im Nachgang unserer erst im Mai beschlossenen Fusion mit der Volksbank Baden-Baden Rastatt eG ein klein wenig mehr Zeit zum Durchatmen gewünscht. Jedoch bietet sich nun die große Chance, durch den Zusammenschluss mit der kerngesunden VR Bank Enz plus für unsere Mitglieder, Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine leistungsstarke, konkurrenzfähige und zukunftssichere Ankerbank im Großraum Baden-Baden, Karlsruhe und dem Enzkreis zu gestalten. Das ist eine tolle Aufgabe, der wir uns gerne stellen“, betont Andreas Lorenz. Es sei die richtige Zeit, die Weichen in die Zukunft zu stellen. „Beide Häuser agieren aus einer Position der Stärke heraus. Keiner muss – aber beide wollen die genossenschaftlichen Kräfte bündeln. Das sind beste Voraussetzungen für ein Gelingen des Vorhabens“.

Bedenken, dass die im Verhältnis deutlich kleinere VR Bank Enz plus von der künftigen Volksbank Karlsruhe Baden-Baden kurzerhand „übernommen“ wird, wischt Andreas Lorenz beiseite. „Ich kann diese Befürchtungen nachvollziehen, aber sie sind nicht gerechtfertigt. Wir haben in jüngster Zeit drei Fusionen absolut geräuschlos realisiert, davon zwei Verschmelzungen mit deutlich kleineren Instituten. Die Vertreterversammlungen dieser Häuser stimmten mit überzeugenden Voten für den Zusammenschluss. Einer der entscheidenden Gründe hierfür war neben der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit des Vorhabens vor allem die Tatsache, dass wir die Verhandlungen und Gespräche zu jedem Zeitpunkt transparent, wertschätzend, fair und auf Augenhöhe geführt haben. Denn uns war und ist es wichtig, von allen Beteiligten, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, allen Mitgliedern sowie Kundinnen und Kunden als verlässlicher Partner wahrgenommen zu werden.“  Und nicht zuletzt werde sich die VR Bank Enz plus mit ihren umfangreichen Stärken, etwa der KompetenzCenter-Konzeption, der Generationenberatung oder der Erfahrung in der Digitalisierung gestaltend einbringen und das neue Haus mit prägen.