Emotionale Stärkung der Schülerinnen und Schüler

02.06.2022

Auch im Jahr 2022 führen das Ludwig-Marum-Gymnasium und die VR Bank Enz plus ihre langjährige Schulkooperation fort. Die Genossenschaftsbank fördert Projekte zur „Emotionalen Stärkung“ der Schülerschaft in Pfinztal mit einer Spende von 1.000 Euro.

Teilmarktleiter Walter Eisele (rechts) von der VR Bank Enz plus übergibt den Förderbetrag von 1.000 Euro an die Schulleiterin des Ludwig-Marum-Gymnasium, Elke Engelmann (links)

Besonders in Zeiten wie diesen ist es wichtig Schülerinnen und Schüler emotional zu stärken. Zwei Jahre lang haben vor allem Kinder und Jugendliche unter den Einschränkungen der Pandemie gelitten. Veränderungen durch Homeschooling und der fehlende persönliche Kontakt zu den Mitschülern, haben des Leben der jungen Menschen weitreichend verändert. Darüber hinaus überschattet seit dem Frühjahr auch der Krieg in der Ukraine unser aller Leben.

„Uns war es wichtig“, so Schulleiterin Elke Engelmann vom Ludwig-Marum-Gymnasium (LMG), „unsere Schülerinnen und Schüler, gerade jetzt emotional zu stärken. Ihre Gefühle und Bedürfnisse erst zu nehmen und ihnen Selbstvertrauen und ein gesundes Selbstwertgefühl zu vermitteln.“ In verschiedenen Klassenprojekten wird das Thema „Emotionale Stärkung“ aktiv angegangen. Wichtig ist die Individualität der Kinder und Jugendlichen zu erkennen und anzunehmen, auf deren Bedürfnisse einzugehen und deren Eigenständigkeit zu fördern.

Teilmarktleiter Walter Eisele freut sich sehr, diese aktuelle Projektarbeit des Pfinztaler Gymnasiums mit einer Spende von 1.000 Euro im Rahmen der bestehenden Schulkooperation unterstützen zu können. Das Projekt fügt sich auch nahtlos in Schulphilosophie des LMGs ein, in der im Sinne des Namensgebers Ludwig Marum, die Stärkung des „Ich“, die Erziehung zu Zivilcourage, Solidarität, Toleranz und Kritikfähigkeit zu den obersten Maximen gehört.

Ludwig Marum

Der Namensgeber des Pfinztaler Gymnasium, Ludwig Marum, gab für die Philosophie der Schule und deren gesellschaftliches Engagement, wichtige Impulse. Im Sinne Marums wollen sich Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler aktiv für die Verwirklichung von Demokratie und gegen jede Form von Diskriminierung einsetzen.

Marum wurde am 5. November 1882 im pfälzischen Frankenthal als Sohn jüdischer Eltern geboren. Nach dem Tod seines Vaters zog die Familie nach Bruchsal, wo sie in ärmlichen Verhältnissen lebte. Trotzdem besuchte Marum mit finanzieller Unterstützung seines Onkels das Gymnasium und studierte Jura. 1908 eröffnete er eine Anwaltskanzlei in Karlsruhe. Mit seiner Frau Johanna führte er eine Ehe im Sinne der Gleichberechtigung, was für damalige Verhältnisse nicht selbstverständlich war. Als SPD-Mitglied wurde er 1914 Abgeordneter im Badischen Landtag und vier Jahre später badischer Justizminister. Er setzte sich für die Abschaffung der Todesstrafe, für bessere Lebensbedingungen armer Menschen und die Rechte nichtehelicher Kinder ein, kämpfte gegen die Diskriminierung unverheirateter Mütter und engagierte sich für Demokratie sowie Chancengleichheit von Männern und Frauen. Ab 1928 wirkte er sogar als Reichstagsabgeordneter in Berlin. Ab 1933 wurden bekanntlich in ganz Europa etwa 6 Millionen Jüdinnen und Juden von den Nationalsozialisten entrechtet, verfolgt und ermordet, darunter auch Ludwig Marum. Er starb am 29. März 1934 im Konzentrationslager Kislau.