Natur pur: Waldklassenzimmer für die Sperlinge

24.05.2022

Rechtzeitig zum 100-jährigen Bestehen des Sperlingshofes bereichert ab sofort ein Out-doorklassenzimmer den Unterricht der Jugendlichen des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums. Das naturnahe Projekt im Wert von rund 10.000 Euro wurde von der VR Bank Enz plus aus Mitteln des Gewinnsparvereines gespendet.

Ulf Meißner (Mitte), Vorstand der VR Bank Enz plus und Regionalleiter Andreas Berthel (2.v.r.) vom Gewinnsparverein freuen sich das erste Outdoorklassenzimmer in der Region offiziell an Geschäftsführer Raimund Schmidt (rechts) und Schulleiter Jan Schweiker (2.v.l.) vom Sperlingshof übergeben zu können. Davon ist auch Forstrevierleiterin Sarah Zwerenz (links) begeistert

„Seit mehreren Jahren unterstützt die VR Bank Enz plus mit ihrem Vereinsförderkonzept das heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfezentrum Sperlingshof. Bereits traditionell fördert die Genossenschaftsbank den Gartenwettbewerb der Einrichtung finanziell. „Doch anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Sperlingshofes sollte es etwas besonders sein“, so VR Bank-Vorstand Ulf Meißner. Da kam die Idee von Regionalleiter Andreas Berthel vom Gewinnsparverein gerade zur richtigen Zeit. Berthel suchte eine Pilotbank, die erstmals ein Outdoorklassenzimmer in der Region aus Gewinnsparmitteln spendet. „Wir mussten nicht lange überlegen“, erklärt Meißner, „da das Projekt sich auch zu 100 Prozent mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie deckt.“ Mitte Februar war klar, dass sich die Idee auch perfekt in die Planung des Sperlingshofes einfügt. Die Schützlinge der Einrichtung hatten vor vier Jahren von einem anderen Spender einen Bauwagen erhalten, den sie in liebevoller Eigenleistung restauriert und eingerichtet haben. Dieser Bauwagen sollte am Wald unweit der Schule ein zweites Domizil für naturnahen Unterricht werden. Deshalb nahmen SBBZ-Schulleiter Jan Schweiker und Sperlingshof-Geschäftsführer Raimund Schmidt das großzügige Spendenangebot der VR Bank Enz plus für ein grünes Klassenzimmer gerne und dankend an. Unbürokratisch wurden alle Formalitäten mit der Gemeinde Remchingen und Försterin Sarah Zwerenz geklärt.

Im Auftrag der VR Bank Enz plus stellte daraufhin die Firma GHF Freiraumobjekte aus Karlsruhe ein Outdoorklassenzimmer bestehend aus sechs Sitzbänken, einem Lehrer- und einem Ablagetisch, einer Tafel und einem Infoschild her. Das unbehandelte Robinienholz, aus dem das Klassenzimmer hergestellt ist, stammt aus der Region und bietet Platz für 30 Schülerinnen und Schüler. Mitte Mai war es dann soweit und der Bauhof der Gemeinde verankerte in kürzester Zeit das Waldklassenzimmer an seinem Bestimmungsort. Über den Klosterweg erreichen die Schüler des Sperlingshofes in zehnminütigem Fußmarsch künftig das 700 Meter entfernte Waldklassenzimmer.

„Wir wollen diesen Ort nutzen, um unseren Kindern und Jugendlichen eine Alternative zum herkömmlichen Unterricht zu schaffen“, betont der Schulleiter der Sperlingshofschule Jan Schweiker bei der Einweihung des Waldklassenzimmers. Ihm war auch wichtig, dass darüber hinaus Wanderer sowie auch andere Schul- oder auch Kindergartengruppen den Standort nutzen können. Schweiker bedankte sich im Namen seiner Schüler bei Vorstand Ulf Meißner für die großzügige Spende der VR Bank Enz plus. Und auch Försterin Sarah Zwerenz zeigte sich begeistert von dieser naturnahen Bereicherung in der Gemeinde Remchingen, die allen Schulen des Ortes offensteht.

Heilpädagogisches Kinder- und Jugendhilfezentrum Sperlingshof

Der ursprünglich im Jahr 1922 für Waisenkinder eingerichtete Sperlingshof ist inzwischen ein Heilpädagogisches Kinder- und Jugendhilfezentrum. In sieben Häusern auf dem Gelände wohnen derzeit 50 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis achtzehn Jahren. Diese werden in familienähnlichen Gruppen unter fachlich qualifizierter Leitung betreut. Darüber hinaus gibt es in Königsbach eine Jugendwohngemeinschaft mit 4 Plätzen und variabel zwischen 4 und 8 Plätze im Bereich des Betreuten Jugendwohnens.

Seit 2016 ist der Sperlingshof auch Träger einer eigenen Schule und bietet ein breites Spektrum an therapeutischen Hilfen an. Mit seinen insgesamt 120 Mitarbeitenden ist er ein nicht unbedeutender Arbeitgeber und Ausbilder in der Region. Der Sperlingshof finanziert sich ausschließlich über die von den jeweiligen Jugendämtern bezahlten Tagessätze für die in der Einrichtung lebenden Jungen. Dies deckt zwar die regelmäßigen Kosten, die finanziellen Möglichkeiten reichen aber bei weitem nicht aus, um Projekte zu realisieren. Deshalb ist die Einrichtung auf finanzielle Unterstützung durch Spendengelder angewiesen.